Bürgerinitiative      "lebenswerte Stadt"

Raum und Licht und Ordnung.

Das sind Dinge, die der Mensch genauso braucht wie Brot oder einen Platz zum Schlafen.

(Le Corbusier)

Raum und Licht und Ordnung wollen gestaltet sein – behutsam, vielseitig, respektvoll. Um unsere Stadt zu einem Ort des guten Lebens zu machen.

Jeden Tag ein Stück mehr.

Wir helfen dabei mit.

Informieren Sie sich. Engagieren Sie sich. Und machen Sie mit.

Was uns häufiger begegnet…

 

1. Die wollen jede alte Hütte erhalten!

Gegenfragen: wollen Sie etwa jedes Fotoalbum ihrer Familie erhalten?

Antwort: Nein. Aber wir sind davon überzeugt, dass es einer Stadt gut tut, wenn Sie sich ihrer Geschichte und ihrer Traditionen bewusst ist, mit diesen wertschätzend und respektvoll umgeht und sich von ihnen in der Gestaltung leiten lässt.

Was heißt das?

Es heißt, dass Planer und Bauherren beim Planen fragen: welche Geschichte hat dieses Haus/ dieser Platz/ dieser Straßenzug?

Wie können wir diese Geschichte der Nachwelt erhalten?

Wie kann sich Neues gut in diese Geschichte einfügen?

Dabei wissen wir wohl, dass Wohnbedürfnisse und –erfordernisse heute andere sind, als 18XY. Aber wir sind auch davon überzeugt, dass gute Architekten vermeintlichen Widersprüche mit Kreativität und Witz zu überbrücken wissen.

 

2. Die wollen mir vorschreiben, was ich zu tun und zu lassen habe.

Gegenfrage: Würden Sie sich denn etwas vorschreiben lassen?

Antwort: Nein. Das können wir doch gar nicht.

Was wir aber wollen, ist, Sie und andere zu sensibilisieren für die Schätze, die es in unserer Stadt noch gibt. Blicke zu schärfen für die Baukunst und Baukultur in unseren Straßen.

Menschen zum Staunen bringen: „So haben wir das noch nicht gesehen“. „Dass das dahinter steckt, haben wir noch nicht gewusst“. Fassaden sind wie Bücher. An ihnen lassen sich ganze Geschichten einer Familie und ihrer Zeit ablesen! Wir wollen auch schauen, was kann das für Ihr Bauvorhaben bedeuten?

Sensibilisieren ist ein hohes Ziel. Aber lohnenswert, wie wir finden.

 

3. Das sind doch Träumer – die wollen die Uhr zurück drehen.

Gegenfrage: Was besichtigen Sie denn in ihrem Urlaub? Neubaugebiete?

Antwort: Vielleicht sind wir Träumer? Dahinter steckt aber doch vielmehr die Frage nach der eigenen Grundausrichtung.

Die einen vertreten in Sachen Stadtplanung und Architektur eine fatalistische Position, die da sagt: Es haben sich immer neue Stile durchgesetzt. Man muss modernes Bauen ermöglichen – das ist der natürliche Weg, wie eine Stadt sich entwickelt.

Die andere Position sieht eher das gesamte Umfeld, in das sich Architektur einfügen soll: in die Geschichte, in die Gestaltung des Viertels, in die Region, in die vorgegebene Struktur. Ein neues Bauwerk soll auch mit anderen Häusern kommunizieren. Es soll erkennbar sein, wo in Deutschland es steht (regionale Bautraditionen)…

Wir vertreten eher die zweite Position.

Und gehen dabei von unseren eigenen Bedürfnissen aus – was spricht mich an:

es macht eine Stadt spannend, wenn man in ihren Straßen die Geschichte des Ortes ablesen kann.

Und wenn Straßenzüge zwar ganz unterschiedlich sind und dennoch harmonisch wirken, weil die Häuser aufeinander Bezug nehmen.

Auch, wenn man erkennen kann, wo man sich gerade aufhält – weil man hier so baut (regionale Bautypen) und diese Materialien benutzt (bestimmte Steine, Schindeln, Fensterformen, etc.) und sich damit von anderen Regionen unterscheidet.

Damit stellen wir uns natürlich gegen den Trend zu Bauherrenindividualismus und Einheitsbrei.

 

4. Die Kosten, die Ökonomie und die Umwelt!

Gegenfrage: Sind die Finanzen das Maß aller Dinge?

Antwort: Ja, wir kennen sie wohl, die Totschlagkeule Kosten.

Komisch, dass diese Behauptung oft aus einem Bauchgefühl heraus vor die Füße gespuckt, aber eher selten mit konkreten Zahlen belegt wird.

Klar: wer einen Altbau saniert und meint, er könne zum Stichtag in ein Haus einziehen, das auf dem Stand eines Neubaus ist, der hat sich geschnitten.

Wem aber klar ist, Sanieren ist ein Prozess, und der kann sich über Jahre hinziehen, der wird auch das „Mehr“ an Wohnqualität zu schätzen wissen.

Wir sind überzeugt: Altes zu sanieren, muss nicht teurer sein. Bzw. es zahlt sich langfristig aus.

Vieles rund um Altbausanierung und Neubaugestaltung ist Geschmackssache.

Wir wollen helfen, dieses „Mehr“ zu gewinnen: Wohnqualität zu einen und Bereicherung des Ortes, des Viertels!

Im Bereich Altbau heißt das oft, dem Haus das ursprüngliche Gesicht wiederzugeben.

Dazu gehört unerlässlich das Wissen, sich in die Entstehungszeit hineinzudenken.

Dazu gehört gute Fachkenntnis in den Gewerken.

Das kann die Wiederherstellung eines Bauteiles sein, oder auch eine moderne Interpretation. Es braucht andere Antworten auf die Fragen nach energetischer Sanierung als die herkömmlichen. Auf jeden Fall bedeutet es, sich intensiv mit einer Sache auseinanderzusetzen und reicht nicht, zu schauen, was der Baumarkt nebenan dazu sagt.

Hier haben wir kompetente Berater an der Hand und bauen ein Netzwerk auf.

 

5. Wir haben heute wirklich andere Probleme!

Gegenfrage: Kann man Probleme gegeneinander ausspielen?

Antwort: Stadt gestaltet auch Gesellschaft. Architektur gestaltet das Miteinander einer Gemeinde. Die Bevölkerung gestaltet die Wirtschaft – ihre Kaufkraft, ihre Altersstruktur. Ihr Miteinander gestaltet das gesellschaftliche Leben, die Kultur.

Nein. Stadtgestaltung reicht weit.

Daher amüsiert sich die Bürgerinitiative nicht in einem Luxussegment – bisschen Fassadenstreicheln hier und ein wenig Geschmacksfragendiskutieren dort, sondern die Frage, mit der wir uns beschäftigen lautet:

In welcher Stadt wollen wir morgen wohnen?

Die Antwort wollen wir nicht von Renditen und Investoren bestimmen lassen.