Was, wenn Heimat ausradiert wird…

Bürgerausstellung „Heimat im Blick“ am vergangenen Wochenende sehr gut besucht. Wiederholung in Planung.

 

„Was macht Heimat eigentlich erst zur Heimat? Und was wird Menschen genommen, wenn Stadtgestaltung auf Historie eines Ortes und Wohlbefinden der Menschen keine Rücksicht nimmt?“ fragte André Gerth, Organisator der BürgerInnenausstellung „Heimat im Blick“ am vergangenen Samstag in einem bewegenden Zeugnis. Er hatte viele Interviews mit Menschen der Stadt im Vorfeld zu dieser Ausstellung geführt und kam zu dem Schluss: „Wenn Heimatorte genommen werden, dann schmerzt das. Manchmal ist das der Lauf der Dinge. Aber es tut richtig weh, wenn Heimat ohne Not und ohne den erforderlichen Aufwand an Phantasie und Kreativität genommen wird. Wenn nur das Geld gesehen wird, nicht aber der Wert eines Ortes, die kulturelle Bedeutung und sich keine Gedanken gemacht wurden, wie man Orte hätte erhalten können. Wenn nachher weniger ist als vorher, ist etwas schief gelaufen. Dann ist das das Gegenteil von Kulturleistung und Identitätsschaffung.

Geschichten und Geschichte, so Gerth weiter, kitten die Menschen zusammen. Eine Stadt wird zu einer Landschaft von Erlebtem: zu diesem Haus gibt es die Geschichte, an dem Platz ist das geschehen. Was passiert, wenn das alles ausradiert wird?

 

Vorausgegangen war der Aufruf der Bürgerinitiative „lebenswerte Stadt“, in Bildern und Geschichten einzureichen, welche Orte Menschen im Stadtgebiet lieb und teuer sind, die sich nicht missen möchten, oder die sie geprägt haben. Daraus erwuchs zum Tag des offenen Denkmals 2018 eine ansprechende Ausstellung. Über 50 Einsendungen erreichten die Macher von „Heimat im Blick“, von Kindern, Jugendlichen, Erwachsenen, Alten, Zugezogenen und Einheimischen, Asylsuchenden und Neubürgern, Vereinsmeiern und Stillen. Aus Ahrweiler, aus Bad Neuenahr, aus den umliegenden Ortschaften. Die Rückmeldungen deckten auf, wie unterschiedlich Menschen den Begriff Heimat füllen und was ihnen dabei wichtig ist. 

 

Dr. Dagmar Hänel vom Landschaftsverband Rheinland in Bonn widmete ihre Ausführungen anlässlich der Ausstellungseröffnung am Samstag der Entwicklung des Begriffs Heimat und hinterfragte, wie er sich angesichts von Globalisierung und Fluchtbewegungen heute wohl verändern wird. Ihr Vortrag legte gleichsam ein Fundament unter das, was die Ausstellungstafeln ins Wort brachten. Musikalisch brachte Liedermacher Christoph Rieger das Thema Heimat zu Gehör. Moderiert wurde die Eröffnung im Beisein von zahlreichen Interessierten von Daniel Robbel. 

Die Ausstellung war für Publikum am Sonntag zugänglich und sie regte zu Diskussion und Austausch an. Ergänzt wurden die Tafeln durch Videointerviews, die in Dauerschleife gezeigt wurden und durch eine Mitmachkarte, auf der die Besucher und Besucherinnen ihre eigenen Erinnerungsorte markieren konnten.

 

Die Ausstellung „Heimat im Blick“, die im Hotel Giffels Goldener Anker präsentiert wurde, organisierte die Bürgerinitiative „lebenswerte Stadt“ zum Tag des Offenen Denkmals. Dieser bundesweite Aktionstag feierte in diesem Jahr sein silbernes Jubiläum unter dem Motto „Entdecken, was uns verbindet“: Uns verbinden Geschichte, Geschichten und die Sehnsucht, sich zu beheimaten, so die Antwort der BI, die sich für eine geschichtsbewusste und sensible Stadtgestaltung einsetzt.

 

Die überaus positiven Rückmeldungen zur Ausstellung geben Anlass, die Ausstellung noch ein weiteres Mal zu zeigen. Informationen und Fotostrecken auf: www.lebenswertestadt.jimdo.com

 

Aktion zum TOFF 18

 

Lasst uns eintauchen in Eure Erinnerungen

 

Große Sommer-Foto-Aktion mit Ausstellung – jetzt mitmachen!

 

 

 

Geht´s Euch auch so?

 

Ich sehe ein Haus, in dem ich oft war, und schwupp werden Erinnerungen lebendig; ich rieche Bohnerwachs und gleich fühl ich mich wie in Grundschultagen; ich schmecke Apfelstücke und sofort sitze ich im Herzen bei Oma am Küchentisch.

 

Es gibt Ecken und Ansichten, oft verbunden mit Stimmungen, Gerüchen und Geräuschen, mit denen ich viel verbinde und die Teile der ganz persönlichen Geschichten zutage fördern: Erinnerungsorte eben, die mich mit dieser Stadt verbinden.

 

Erinnerungsorte, die zeigen, dass wir alle hier verwurzelt sind.

 

 

 

Eure Erinnerungsorte und die dazugehörigen Geschichten wollen wir unbedingt kennenlernen. Denn es sind genau solche Geschichten, die Orten Seele einhauchen, eine menschliche Note schenken und zur Heimat werden lassen.

 

„Blick“ und Bürgerinitiative „lebenswerte Stadt“ (BI) sammeln diese persönlichen Heimatgeschichten in einer Sommeraktion.

 

 

 

Macht mit! Rentner, Berufstätige, Schüler, Alteingesessene, Asylsuchende, Zugezogene, Junge und Alte, Große und Kleine…. die Aktion wendet sich an alle Bürgerinnen und Bürger der gesamten Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler mit allen Ortsteilen, auch die, die hier ihre Wahlheimat gefunden haben und erst kurze Zeit in der Stadt leben.

 

 

 

Eingereicht werden können bis zum 27.08. Fotos oder kurze Videos, die die persönlichen „Orte der Heimat“ aus dem Stadtgebiet zeigen mit der passenden Geschichte dazu.

 

Eine Auswahl davon wird eine Ausstellung bestücken, die vom 07.-09.09. zum Tag des Offenen Denkmals stattfindet. Dieser steht unter dem Motto „Was uns verbindet“. Die Ausstellung möchte erzählen, was uns mit diesem Ort verbindet und Gelegenheit zu Austausch und Begegnung bieten durch Podien, „Geschichtenzelte“ oder Videointerviews.

 

 

 

 

 

 

 

Heimat im Blick!

 

Welches Gebäude, welcher Platz oder welche Straße macht die Stadt für Sie einmalig und liebenswert? Woran hängt Euer Herz?

 

Erzählt uns die Geschichte dazu. Warum ist Euch genau dieser Ort so wichtig?

 

 

 

So könnt Ihr mitmachen?

 

Schickt Bild oder ein kurzes Video mit passender Geschichte an:

 

· Digital: als Datei (auch Smartphonefotos)
heimat-im-blick@gmx.de

 

· Oder postalisch: in Papierform
Aktion „Heimat im Blick“
c/o A. Gerth
Finkenweg 24
53474 Bad Neuenahr

 

 

 

Habt Ihr kein Bild zur Hand? Kein Problem. Wir können für Euch zur Kamera greifen und Euer Motiv knipsen.

 

Traut Ihr Euch nicht zu, die Geschichte gut zu formulieren? Kein Problem. Gerne setzen wir uns mit Euch hin und formulieren Eure Geschichte gemeinsam.